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Venezuelas Parlament billigt Russlands Einstieg in nationale Erdölförderung

Mittwoch, 10.03.2010

Trotz einer heftigen Kritik der Opposition hat das venezolanische Parlament am Dienstag die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Russland zur Ausbeutung des am Fluss Orinoco gelegenen Ölfeldes Junin-6 gebilligt.

Buenos Aires  (RIA Novosti) - Wie der venezolanische Fernsehsender Globovision weiter mitteilte, war das Abkommen vor einem Monat in Moskau, nach knapp einjährigen Verhandlungen unterzeichnet worden.

 

Das Joint Venture war von der venezolanischen staatlichen Erdöl- und Erdgaskorporation Petroleos de Venezuela und das russische Nationale Erdölkonsortium (NNK), in dem Gazprom-Neft, Rosneft, Lukoil, TNK-BP und Surgutneftegaz vertreten sind.

 

Die Abgeordneten von der venezolanischen Opposition haben schon den gebilligten Vertrag als "Übertragung der nationalen Souveränität an Russland" kritisiert und ihre Absicht bekundet, auf seine Kündigung hinzuarbeiten.

 

Indes verweisen Experten darauf, dass die russische Seite einen 40-Prozent-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen hat. Die restlichen 60 Prozent gehören der venezolanischen Seite.

 

"Nachdem sich die Erdölpreise stabilisiert haben, befürchtet die Opposition eine Festigung der materiellen Basis für die weitere Fortbewegung des Landes auf dem sozialistischen Entwicklungsweg. Jedem sollte klar sein, dass von einer Übertragung der Souveränität nicht die Rede sein kann", sagte der Abgeordnete von der regierungstreuen Fraktion, Mario Isea.

 

Die russische Seite hatte früher zugesagt, nach der Ratifizierung des Abkommens einen vereinbarten Bonus in Höhe von 600 Millionen US-Dollar an die Geschäftspartner zu überweisen.

 

Die Arbeiten an dem gemeinsamen Projekt sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Investitionen sollen rund 20 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Umsetzung des Projektes kann bis 40 Jahren dauern. In Zukunft kann auch mit weiteren Investitionen gerechnet werden.

 

Trotz des erheblichen Geldaufwandes betrachtet die russische Seite dieses Projekt als vorteilhaft. Denn nach Abschluss der internationalen Zertifizierung sämtlicher Ölfelder im Orinoco-Einzugsgebiet kann Venezuela weltweit an die erste Stelle bei den erkundeten Erdölvorräten rücken. Und es wäre ratsam, freundschaftliche Beziehungen mit einem solchen Konkurrenten zu unterhalten. Zudem könnte Erdöl vom Vorkommen Junin-6 in Drittländer, darunter in die USA, geliefert werden.

 

Die Erdölvorräte in dem 447,7 Quadratkilometer großen Ölfeld Junin-6 betragen mehr als 52 Milliarden Barrel.

 

Nach Aussage des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez plant das russisch-venezolanische Gemeinschaftsunternehmen, dort 50 000 Barrel Erdöl pro Tag zu fördern und den Erdölabbau im Zeitraum 2014-2017 auf 450 000 Barrel zu steigern.

 

Viele Länder, darunter China und Weißrussland, bemühen sich um eine Beteiligung an der Erschließung der venezolanischen Erdölvorräte.

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