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Metallpreise lassen sich nicht unterkriegen

Mittwoch, 08.09.2010

Trotz der vielfach geäußerten Befürchtungen, dass die Welt ausgehend von den USA in eine erneute Rezession abrutschen könnte, gaben die Industriemetallpreise in den vergangenen Wochen vergleichsweise wenig nach.

Zum Teil verteuerten sie sich sogar. Grund hierfür ist eine überraschend starke Sommernachfrage nach Industriemetallen gewesen, die in erster Linie von der guten Wirtschaftsentwicklung aus den Schwellenländern ausgeht. Denn viele von ihnen kommen mit Schwung aus der Rezession und ihr Bedarf an Industriemetallen ist hoch. Seit dem Ende der starken Preisrückgänge bis Juni dieses Jahres (aufgrund der Staatschuldenkrise in Europa) sind die Industriemetallnotierungen tendenziell wieder am Steigen, wenngleich im August mancherorts erneut der Rückwärtsgang eingelegt wurde.

 

Die Lagerbestände sind ein guter Spiegel für die Metallmärkte. Vor allem die Vorräte (LME) für Kupfer, Zinn und Nickel wurden in den Sommermonaten abgebaut, während gerade für diese Metalle eine Aufstockung der Lagerbestände in den Sommermonaten üblich gewesen wäre. Recht wenig Veränderung in den Lagerbeständen gab es hingegen sowohl in diesem Sommer als auch in der Vergangenheit bei Blei, Aluminium und Zink. Alles in allem sind die Metallvorräte als komfortabel einzustufen, sodass es weit hergeholt wäre – selbst bei einer üblicherweise anziehenden Nachfrage im Herbst – von Knappheit zu reden.

 

Die robuste Nachfrage aus China ist sicherlich eine Erklärung für die moderate Stärke der Industriemetalle. Die jüngsten Zahlen für den Juli deuten auf anhaltend stabile Industriemetallimporte Chinas hin, wenngleich das Niveau der Einfuhren zumeist noch deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums liegt. Am wenigsten gilt dies für Kupfer, bei dem der recht enge Markt für recyceltes Kupfer und der günstige Spread zwischen heimischem Preis und Weltmarktpreis zwei Erklärungsansätze für die relative Stärke der chinesischen Kupferimporte liefern. Auffällig ist auch die Lagerdynamik in China: Im Jahr 2009 wurden die Metallvorräte stark aufgestockt, in der ersten Jahreshälfte 2010 kam es dagegen zu einem nennenswerten Lagerabbau. Dieser sollte in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr anhalten, was die Importnachfrage Chinas für die Metallmärkte tendenziell stärken sollte.

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