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Gesteinsmühlen


Eine der unabdingbaren Einrichtungen für einen „konventionellen“ Betrieb einer Mine ist die Gesteinsmühle. Der Sinn einer solchen Mühle besteht darin, das Erz soweit zu zerkleinern, dass die „gewünschten“ Metalle soweit wie möglich aus dem Gestein herausgelöst werden können. Dieser Prozess zeichnet für etwa 50 % des Energieverbrauchs in einer Konzentrationsanlage verantwortlich – trotzdem ist er für eine effiziente Trennung von taubem Gestein und den darin enthaltenen Metallen unabdingbar, und stellt somit den Schlüssel für eine erfolgreiche Verarbeitung des Erzes dar. Gleichzeitig stellt die Methode der Gesteinsmahlung eine Gratwanderung dar – auf der einen Seite muss das Erz fein genug gemahlen werden, um die Oberfläche des Erzpulvers für eine weitergehende Bearbeitung mit Chemikalien oder im Flotationsverfahren zu maximieren, auf der anderen Seite würde eine zu feine Körnung einen nicht verhältnismäßigen Energieverbrauch und zudem Verluste an dem zu extrahierenden Metall bei der weiteren Behandlung nach sich ziehen.

Der Prozess des Gesteinsmahlens:

Bevor das Erz in einer Gesteinsmühle gemahlen werden kann, muss es zuerst grob zerkleinert werden. Dafür werden so genannte Brecher (eng. „Crusher“) eingesetzt, welche die grossen Gesteinsblöcke brechen und das Erz in eine Form bringt, welche von den Gesteinsmühlen verarbeitet werden kann.

Das Mahlen des Gesteins an sich wird in rotierenden und üblicherweise mit einem Winkel zwischen 15 und 22 ° zulaufenden Stahlzylindern vorgenommen. Die Geschwindigkeit bleibt dabei konstant und die das Innere der Zylinder kann ausgetauscht werden, da sie sehr starken Beanspruchungen ausgesetzt werden. Das Medium, welches das zu verarbeitende Erz zerkleinert, variiert entsprechend der gewünschten Verarbeitung. Dabei wird unterschieden zwischen den autogenen Gesteinsmühlen, bei welchen das zu mahlende Medium gleichzeitig das Medium ist, welches zur Zerkleinerung eingesetzt wird. Die Erzklumpen reiben dabei aneinander und werden so nach und nach zu Pulver zermahlen. Semiautogene Mühlen geben zusätzlich 6-15% Kugeln aus Stein oder Metall hinzu, welche beim Mahlen helfen (siehe Punkt Kugelmühlen). Semiautogene Mühlen werden meist für Gold-, Kupfer- und Platinerze benutzt, kommen aber auch für Blei-, Zink-, Silber-, Aluminium-, und Nickelerze in Frage.

  • In Kugelmühlen kommen in einem waagrechten oder leicht geneigten Zylinder Stahlkugeln zum Einsatz, welche durch ihre Reibung mit dem Gestein dieses nach und nach zermahlen. Auf der einen Seite wird der Zylinder mit dem Erz oder Gestein beschickt, und auf der anderen Seite wird das Gesteinsmehl entnommen. Neben den Minenbetrieben kommen Kugelmühlen vor allem auch bei der Herstellung von Portland Zement zum Einsatz. Wenn das Gesteinsmehl frei von Eisen sein muss (aus der Abnutzung der Stahlkugeln), kommen auch Kugeln aus Stein zum Einsatz.

  • Daneben gibt es auch Stangenmühlen (engl. Rod Mills); hier sind im innern des Zylinders Stahlstangen montiert, welche mit dem Gestein Reibung erzeugt und dieses damit mahlt.

  • In Hammermühlen wird das Gestein wie es der Name sagt durch Hämmer gemahlen, welche auf einer Achse montiert sind.

  • Bei Rollenmühlen wird das Gestein zwischen zwei mit sehr hohem Druck aneinander gepressten rotierenden Rollen gemahlen. 
Die maximale Energie beim Mahlprozess wird benötigt, wenn die Mühle mit 40 % bis 50 % der Kapazität ausgelastet ist und Wasser zur Unterstützung beim Mahlen eingesetzt wird.  

First Majestic Silver
Das ankommende Erz stammt entweder direkt aus der Mine (ROM) bzw. wurde vor Ankunft in der Mühle schon vorbehandelt. Die Mühle selbst kann entweder in einem offenen oder aber wie zumeist üblich, geschlossenen Kreislauf betrieben werden. In einem geschlossenen Kreislauf wird das in der Mühle separierte Material in einen Zyklon gepumpt, der die feinen Bestandteile von den groben trennt. Das grobe Material wird anschließend erneut in der Mühle gemahlen. 
800 t Erzmühle der La Parilla Silver Mine von First Majestic  

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Mühle dreht, hängt vor allem von deren Durchmesser ab und wird als „critical speed“ bezeichnet. Die Geschwindigkeit der Zentrifuge beträgt in der Regel zwischen 65 und 90 % des critical speed. Des Weiteren können, je nach Erz und ökonomischen Parametern eine bzw. mehrere Gesteinsmühlen hintereinander angeordnet sein.

In früherer Zeit wurde das Erz mittels großen, von Pferden bzw. Maultieren gezogenen Eisenrädern zermahlen, oder mit schweren Hämmern, welche mit Wasserkraft angetrieben wurden, zerkleinert.  

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